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Jedermannsrecht

Ein Beispiel für Veränderung. Für etwas anders #machen. In Krisenzeiten sich Gedanken zu neuen Themen machen. Und loslegen. Konkret geht es um Tourismus, Camping und eine App.

Veränderung ist wichtig, lässt sie uns doch wachsen und fordert uns zu neuen Taten heraus. Dadurch lässt sich Neues schaffen und kreieren.

Situationsbedingte (jetzt durch Corona-Krise) Veränderungen können auf unterschiedliche Art und Weisen angegangen werden: abwarten, etwas beenden oder aktiv werden.

Hier geht es um eine konkrete Idee, an der ich aufzeigen will, wie man etwas Neues kreieren und so etwas verändern kann.

Es geht um eine neue Geschäftsidee in der Tourismus-Branche.

Worum geht es?

Am 26. April 2020 erschien auf Zeit.de ein Beitrag zum „Jedermannsrecht (hier geht es zum Beitrag). Im Beitrag geht es darum, dass man in Deutschland, ähnlich wie in skandinavischen Ländern, in öffentlichen Wäldern übernachten dürfen sollte. Dies nennt sich „Jedermannsrecht“. Es geht ferner darum, dass man damit weiterhin die Isolation/Quarantäne und somit auch weiterhin „Social Distance“ bewahren kann. Und es geht darum, dass man raus kommt, etwas anderes sieht und Zeit in der Natur verbringt. Und auch näher wieder an die Natur heran wächst.

Ich selbst habe einen kleinen Campervan und von diesem „Jedermannsrecht“ in Skandinavien im letzten Jahr Gebrauch machen dürfen (Hinweis: prinzipiell bezieht sich das „Jedermannsrecht“ nicht auf motorisierte Campingfahrzeuge, sondern nur auf Zelten; es wird aber durchaus geduldet, sofern man sich an Regeln hält).

Nun wird im Beitrag gefordert, dass es dieses Recht eben auch in Deutschland geben sollte. Und darum geht es hier: wie kann sich so ein Recht etablieren lassen, wie kann es in Krisenzeiten und auch dauerhaft zukünftig funktionieren?

Und wenn es dieses Recht geben sollte, was bedeutet dies für etablierte Tourismus-Unternehmen (bspw. Campingplätze) oder für Tourismus-Verbände?

Die Herausforderung

Als Basis bedarf es erstmal einer gesetzlichen Änderung. Bisher ist nur erlaubt, dass man in öffentlichem Raum zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit nächtigen darf. Camping (definiert sich durch Wäsche aufhängen, Stühle rausstellen, sich also häuslich einrichten) ist prinzipiell verboten. Auf privatem Grund muss man den Besitzer vorher um Erlaubnis fragen.

Neu wäre dann, dass übernachten im öffentlichen Raum erlaubt ist, sofern man Regeln beachtet. Und genau hier werden Unterschiede sichtbar, die es im skandinavischen Raum weniger gibt: in Deutschland ist die private Flächennutzung weitaus verbreiteter. Auch ist die Bevölkerungsdichte in Deutschland weitaus höher (Deutschland: 225/km², Norwegen: 17/km², Schweden: 23/km²). Damit ist es wiederum schwierig so eine Veränderung herbeizuführen. Aber auch dafür gäbe es Lösungen.

Das zweite Problem ist Müll. Dieser wird oft achtlos zurückgelassen. Auch dies ist ein sehr großes Problem (das skandinavische Recht sieht vor, dass der Ort genauso hinterlassen werden muss, wie er vorgefunden wurde).

Das dritte Problem ist eine wirtschaftliche Betrachtung für touristisch angesiedelte Unternehmen. Warum sollte ich auf einen Campingplatz fahren, wenn ich frei stehen kann? Auch hier gilt es Lösungen zu finden.

Das vierte Problem ist die Nachvollziehbarkeit von Reisenden. Gerade in Krisenzeiten (Corona) ist ein freies Reisen nicht sinnvoll. Sofern dies nicht nachvollziehbar ist. Auch hier gibt es Möglichkeiten

Die Idee

Die Einführung des „Jedermannsrecht“ wäre auf der legislativen Seite recht einfach zu gestalten: prinzipiell sollte es Übernachtungen erlauben. Als Grundlage dient dazu ein Regelwerk.

Das Regelwerk

  1. Übernachtungen (max. 1) sind prinzipiell auf öffentlichem und jedem frei zugänglichen Grund erlaubt
  2. Der Grund ist so zu verlassen, wie er vorgefunden wurde
  3. Bei Privatgrund ist die Erlaubnis des Eigentümers einzuholen
  4. Nationalparks und Naturschutzgebiete werden gesondert (Hinweise) behandelt
  5. Die Nähe zu Häusern, Acker- und oder Weideland ist zu vermeiden (mindestens 150 Meter Abstand)
  6. Der häusliche Frieden des Landbesitzers ist zu achten
  7. Offenes Feuer ist nur dann zulässig, wenn es keine Warnungen oder Verbote für diesen Ort gibt

Diese Regeln sind relativ einfach, verständlich und klar anwendbar. Damit wäre noch nicht das Thema Geschäftsidee aufgegriffen.

Dies kommt jetzt: eine App!

Die App

Gerade jetzt gilt es nachzuvollziehen, wo sich Menschen aufhalten, um bei einer Verbreitung von Corona informieren und reagieren zu können. Das kann durch eine App gewährleistet werden. Auch, dass nicht auf einmal ein Platz überrannt wird: wenn ein Platz voll ist, dann ist dort keine weitere Übernachtung möglich. Auch die Möglichkeit von der Benutzung von privatem Grund kann darüber abgedeckt werden (bspw. kann ein Bauer seinen Grund freigeben und dazu noch ein Angebot einstellen: für EUR 10,- werden Semmeln (Pardon: Brötchen) geliefert).

Das Thema Müll kann damit auch angegangen werden: bei der Ankunft wird ein Foto gemacht (Zeitstempel) und beim Verlassen ebenso.

Finanzielle Betrachtung

Die Benutzung der App wäre kostenpflichtig. Beispielsweise bei einer monatlichen Abrechnung EUR 19,99 und jährlich für EUR 199,-. Die Einnahmen könnten für Kurabgaben, Kontrollen und für die Kommunen als Einnahme verwendet werden. Auch könnten private Grundbesitzer hier eine Pauschale pro Nacht erhalten. Zusätzlich könnten sich Campingplätze anschließen und ihren Platz entsprechend bewerben.

Vergünstigungen könnte es auch geben: wer einen Sack Müll sammelt, bekommt bspw. pro Sack 25% Rabatt (Nachweis über ein Foto).

Natürlich müsste es für motorisierte Camper und Zelte andere Berechnungsgrundlagen geben.

Grundlage

Die Nutzung der App wäre die Grundlage für das Jedermannsrecht. Wer nicht die App nutzt und kontrolliert wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit. So ist gewährleistet, dass kein unübersichtlicher Wildwuchs entsteht.

Fazit

Diese App „Jedermannsrecht“ ist eine Idee. Das Geschäftsmodell ist noch nicht ausdefiniert. Es soll aufzeigen, dass wir uns jetzt Gedanken über Veränderungen machen und ins „machen“ kommen sollten. Daher wird hier der nächste Schritt sein, die Politik anzusprechen und Sponsoren zu suchen. Schauen wir, was daraus werden wird!

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