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Von Beruf Experte

Heutzutage gibt es sehr viele Experten. Viele Menschen sehen sich selbst als #Experte und benennen sich auch so. Das sei gerne auch jedem selbst überlassen, macht es aber für Menschen schwierig, die eben einen Menschen mit einem entsprechenden (Fach-) Wissen benötigen. 

Vor kurzem habe ich eine (online) Diskussion zu einem meiner Beiträge geführt. Dabei fiel mir ein Phänomen auf, das sehr häufig anzutreffen ist: der Beruf „Experte“.

Experte

Die Definition eines Experten ist eigentlich recht eindeutig:

„Experten verfügen über detailliertes Fachwissen und/oder Erfahrung auf einem bestimmten Fachgebiet, wodurch sie Fachkompetenz erlangen. Sie sind deshalb auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens imstande, „Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen“. Schlüsselbegriffe der Fachkompetenz sind danach Zielorientierung, Sachgerechtheit (Gegenstandsbezogenheit), Methodenkompetenz, Selbständigkeit und die Fähigkeit zu situationsgerechter Anwendung und Ergebnisbeurteilung.“ (Quelle: Wikipedia).

In der Realität gestaltet sich das schon ein wenig schwieriger.

Realität

Heutzutage gibt es sehr viele Experten. Viele Menschen sehen sich selbst als Experte und benennen sich auch so. Das sei gerne auch jedem selbst überlassen, macht es aber für Menschen schwierig, die eben einen Menschen mit einem entsprechenden (Fach-) Wissen benötigen.

In der Diskussion die ich hatte, war mein Gesprächspartner auch ein Experte in seinem Gebiet. Auf dem Gebiet, über das ich geschrieben hatte. Die Meinung war eine andere, sonst hätten wir nicht diskutiert.

Jetzt hat sich aber etwas herauskristallisiert, was es extrem schwierig macht, eine sinnvolle Diskussion mit einem Austausch auf Augenhöhe zu führen: der Experte verdient sein Geld mit dem Thema. Erstmal auch nicht verkehrt (ist bei mir nicht anders). Der Knackpunkt war nun, dass er sich selbst eben als Experte sieht, eine andere Sichtweise nicht zugelassen hat und ihm durch meine Perspektive Geld verloren gehen würde. Das Produkt des Unternehmens wäre so nicht mehr direkt einsetzbar und der automatische Verkauf (durch die aktuelle Gesetzeslage) würde nicht mehr funktionieren.

Es war also eine kaufmännische Betrachtung. Aus der Sicht des Experten. Und nicht aus Kundensicht.

Genau hier zeigt sich das Problem, wenn ein Experte mit seinem Thema Geld verdient. Er hat meine Sichtweise nicht zugelassen und war nicht in der Lage die Perspektive zu wechseln. Da habe ich eine andere Erwartung an einen Experten.

Erwartungshaltung

Meine Erwartungshaltung an einen Experten ist, dass dieser ein entsprechendes (Fach-) Wissen vorweisen kann. Aber auch, dass er zuhört, andere Perspektiven zulässt, darauf eingehen und damit umgehen kann. Nur so kann der Experte selbst seinen Horizont erweitern, wachsen und neue Perspektiven verstehen. Das macht doch einen Experten aus!

Wenn man sich die obige Definition nochmal durchliest, dann stolpert man über „Ergebnis zu beurteilen“. Wenn nun eben ein Experte damit Geld verdient, dann ist hier wichtig, dass eben der Blick auf das Thema nicht verloren geht. Dass ein Blick über den Tellerrand weiterhin bleibt und die „Fähigkeit zu situationsgerechter Anwendung und Ergebnisbeurteilung“ nicht verloren geht.

Wenn ihr Experten braucht

Experten braucht jeder von uns: sei es ein Klempner, um den undichten Wasserhahn zu reparieren, den Coach um persönliche Ziele zu erreichen oder den Berater, der einen bei der Entwicklung vom Unternehmen unterstützt. Hier gibt es Menschen, die sich genau mit diesen Themen befassen.

Wichtig ist dann, das man die richtige Person, den richtigen und zu einem selbst passenden Menschen findet. Also ist ein Gespräch sehr wichtig. Geht bei der Auswahl in eine Diskussion mit diesem Menschen und achtet auf ein paar Dinge:

  • Hört mir diese Person zu?
  • Versteht dieser Mensch mich auch?
  • Wird hier nur eine Sichtweise „durchgezogen“ oder erfolgt ein offener Austausch?
  • Kommen auch aus dem Gespräch neue Sichtweisen/Ideen/Ansätze heraus?
  • Wie fühle ich mich während und nach dem Gespräch?
  • Gab es Unklarheiten?
  • Gab es Reibungen (Achtung: diese können auch positiv sein!)?
  • Was sagt das Bauchgefühl?

Es kommt also sehr stark auf das zwischenmenschliche an. Natürlich müssen das Fachwissen, die Werkzeuge und die Methoden auch passen. 

Daher ist der Auswahlprozess durchaus anstrengend, lohnt sich aber, da man sonst auch Geld zum Fenster rauswerfen kann.

Jetzt seid ihr gefragt: welche Erfahrungen habt ihr mit „Experten“ gehabt? Freue mich auf Kommentare hier, auf LinkedIn oder Twitter (#Experte).

 

2 Kommentare zu “Von Beruf Experte

  1. Die Frage für mich ist immer: Versucht mir jemand seinen Weg zu verkaufen (= er/sie denkt von sich aus) oder sind sie daran interessiert etwas über mich zu lernen und dann einen Weg zu finden (=er/sie denkt vom Kunden aus). Ganz schlimm ist dies z.B. bei Bankberatern, die Empfehlungen von der Höhe der Provision und nicht von meinen Anforderungen abhängig machen (gibt sicherlich auch gute!).

    Liken

  2. Pingback: Spa(h)nnende Führungskultur – Veraenderung Starten

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