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Wertvoll

Uns allen begegnen jeden Tag Werte: angefangen bei den eigenen persönlichen, über die, die einen Freundeskreis ausmachen, bis hin zu den Werten im beruflichen Umfeld.

Uns allen begegnen jeden Tag Werte: angefangen bei den eigenen persönlichen, über die, die einen Freundeskreis ausmachen, bis hin zu den Werten im beruflichen Umfeld.

In Projekten spreche ich immer über Werte, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Denn es gibt durchaus auch solche, die die nur versteckt anzutreffen sind – dennoch sind sie da. Beginnen wir mit einem kurzen Ausflug zu Werten.

Werte

Jeder Mensch hat seine eigenen persönlichen Werte. Es sind tief-verwurzelte, bedeutsame Überzeugungen, Haltungen, Ideale und Bedürfnisse. Geprägt werden sie durch das Umfeld, wie Familie, Kindheit, Schule und Gesellschaft, aber auch durch die eigene Veranlagung des Menschen. An ihnen orientieren wir uns, sie sind unser moralischer Kompass.

So haben sie Einfluss darauf, wie wir entscheiden, wie wir mit anderen Menschen umgehen, wie wir uns nach außen hin geben. Hier ein paar Beispiele für persönliche Werte:

  • Dankbarkeit
  • Disziplin
  • Ehrlichkeit
  • Friedfertigkeit
  • Harmonie
  • Mut

Nach diesen richtet sich das individuelle Leben aus. Werden sie verletzt, kommt es zu Konflikten. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch selbst seine eigenen Werte verletzt, oder dies durch externen Einfluss geschieht. Genau dieses Verständnis ist im beruflichen Kontext so wichtig – und werden wir später noch weiter betrachten.

Gemeinschaft

Nun ist es so, dass bei Menschen, sobald sie in einer Gemeinschaft zusammenkommen, ein Abgleich der Werte stattfindet. Sind viele deckungsgleich, entsteht eine Wertegemeinschaft. Dies ist überall zu erkennen: im Freundeskreis, im Sport, in Vereinen und in Unternehmen.

Innerhalb dieser Wertegemeinschaft können durchaus auch neue Werte entstehen. Funktioniert die Wertegemeinschaft, ergänzen diese neuen Werte die eigenen persönlichen. Stehen sie im Widerspruch, ist das toxisch und kann eine Gemeinschaft nachhaltig negativ beeinflussen und sogar zerstören.

Wenn neue Menschen zu dieser Wertegemeinschaft dazukommen, werden die Wertvorstellungen (meist unbewusst) abgeglichen. Passen sie zusammen, wird die Gemeinschaft größer. Es kommen neue Werte dazu und bestehende verändern sich. Es ist ein ständig fortlaufender Prozess der Veränderung.

Schauen wir nun einmal in die berufliche Welt und betrachten den Einfluss von Werten darauf.

Unternehmen

Fangen wir mit einer einfachen Frage an: kennt ihr, liebe Leser:innen die Werte des Unternehmens in dem ihr beschäftigt seid? Werden diese gelebt? Welche Werte gibt es noch, die eben nicht in den festgeschriebenen Werten zu finden sind?

Alleine mit diesen Fragen können wir uns lange beschäftigen. Denn eben diese Werte sind die Grundlage für eine, in diesem Fall Arbeitsgemeinschaft!

Unternehmenswerte

Die Werte eines Unternehmens sollten immer festgehalten und transparent kommuniziert werden. Wie wir in der Einführung festgestellt haben, gibt es diese Werte immer – denn es arbeiten ja Menschen zusammen.

Die Unternehmenswerte zu finden, kann durchaus ein herausfordernder Prozess sein. Aber eben auch ein sehr wichtiger! Denn es geht um Gemeinsamkeiten aller Mitarbeitenden – etwas, das alle verbindet. Das Unternehmen an sich, vertreten durch die Geschäftsleitung, hat ebenfalls Werte – meist sind dies auch diejenigen, die als allgemeine Unternehmenswerte definiert wurden.

Wenn die Unternehmenswerte nun vorhanden sind, kommt es immer wieder zu neuen Herausforderungen. Interessant wird es nämlich, wenn neue Mitarbeiter:innen dazukommen. Dazu ein Beispiel:

Beispiel: Werte im Vorstellungsgespräch

Eine Bekannte hatte ein Vorstellungsgespräch bei einem Personaldienstleistungsunternehmen. Im Gespräch meinte meine Bekannte, dass ihr die Werte des Unternehmens zusagen. Daraufhin meinte der Geschäftsführer, dass dies die externen Werte seien, die internen Werte aber andere seien. Diese waren natürlich nicht auf der Webseite zu finden und entsprachen auch nicht den „externen“ Werten.

Das alleine war noch nicht genug. Denn die Personalleitung fragte im Gespräch dann, welches denn die anderen (internen) Werte wären, denn diese kenne sie gar nicht.

Hat sich meine Bekannte für das Unternehmen entschieden? Klares „Nein“!

Einfluss der Werte

Dieses Beispiel zeigt wunderbar, wie stiefmütterlich mit Werten oftmals in Unternehmen umgegangen wird.

Da sich Werte auch immer in der Unternehmenskultur widerspiegeln, kann hier davon ausgegangen werden, dass die Kultur durchaus widersprüchlich sein wird. Denn der Einfluss der Werte auf die Kultur, in jeweils beide Richtungen, ist immens. Damit wird ersichtlich, warum es manchmal zu Differenzen und Konflikten kommt: es kommt zu Verletzungen von Werten. Dies macht auf Dauer krank.

Einfluss von Werten auf die Kultur und letzten Endes auf das gesamte Unternehmen

Im Fluss

Wie schon beschrieben, sind Werte auch immer in Veränderung. Menschen kommen ins Unternehmen und andere verlassen es. Der jeweilige Einfluss kommt aber sehr stark auf das Unternehmen an sich an: bei kleineren Unternehmen wirkt sich jede Veränderung auf die Unternehmenswerte aus. Bei mittleren und größeren nur bedingt – außer die Geschäftsleitung verändert sich. Und natürlich bei einer hohen Fluktuation oder vielen Neueinstellungen/M&A. Es ist also auch sehr individuell, wie der Fluss der Unternehmenswerte sich verhält. Genau hier kommen wir zu den Werten der Menschen.

Werte von Mensch und Unternehmen

Wenn wir die Unternehmenswerte in Verbindung mit den individuellen Werten eines Menschen anschauen, dann gibt es oft eine Diskrepanz. Das mag erstmal im Hinblick auf eine Gemeinschaft verwundern, lässt sich aber einfach erklären:

Wenn sich ein Mensch dazu entschlossen hat in einem Unternehmen zu arbeiten, dann werden die Unternehmenswerte den individuellen persönlichen vermutlichen Werten nicht gänzlich widersprechen. Sie müssen aber eben auch nicht zu 100% adaptiert werden. Ein Beispiel:

Ein Mensch hat den persönlichen Wert „Nachhaltigkeit“. Ein Unternehmen hat als Wert „langfristige Kundenbeziehungen“. Diese Werte sind nicht 100% deckungsgleich, finden sich aber ineinander wieder.

Und genau hier ist ein Dilemma: persönliche und unternehmerische Werte können sich unterschieden und manchmal auf den ersten Blick auch nicht viel gemein miteinander haben. Auch das ist normal. Denn jeder arbeitende Mensch hat persönliche und persönliche berufliche Werte.

Persönliche Werte

Die persönlichen Werte leiten jeden Menschen, geben eine Richtung und einen moralischen Kompass. Dies sollte sich dann grundsätzlich auch in dem Unternehmen wiederfinden. Es kann aber auch ein Widerspruch entstehen. Ein Beispiel: Ein Mensch hat den persönlichen Wert „Friedfertigkeit“. Nun für einen Rüstungskonzern zu arbeiten, würde nicht in den moralischen Kompass passen.

Dennoch kann es funktionieren, denn die persönlichen beruflichen Werte können genau hier die Verbindung herstellen.

Persönliche berufliche Werte

Die persönlichen Werte sind immer mit den beruflichen verbunden. Sie können komplett deckungsgleich sein (selten), müssen es aber nicht. Die beruflichen Werte sind als Adaption in die unternehmerische Welt zu verstehen.

Nehmen wir das obige Beispiel mit „Friedfertigkeit“. Wenn nun beispielsweise das Unternehmen wert (!) darauf legt, dass mit den eigenen Produkten Menschen geschützt werden sollen, kann sich das durchaus mit den persönlichen Werten vereinbaren lassen. Dann wird aber nicht „Friedfertigkeit“ als persönlicher beruflicher Wert genannt werden, sondern beispielsweise „Schutz“ oder „Sicherheit“.

Es liegt oft an der Aufgabe, dem Umfeld und den Inhalten, die die beruflichen Werte prägen. Es wird also nur ein bestimmter Spot betrachtet. Im Gegensatz zu den persönlichen Werten, die eine ganzheitliche Betrachtung auf das Unternehmen haben (Wertegemeinschaft). Darum würde das Beispiel auch eher nicht funktionieren – außer der Rüstungskonzern hat auch eine andere Sparte, die eben genau zu den persönlichen Werten passt (bspw. Schutzkleidung).

Werte zusammenbringen

Nun haben wir also festgestellt, dass Unternehmen Werte haben (egal ob diese bewusst oder unbewusst festgeschrieben wurden), dass Menschen immer ihre eigenen persönlichen und im beruflichen Umfeld ihre persönlichen beruflichen Werte haben.

Nun müssen diese noch im beruflichen Umfeld zusammengebracht werden. Ich hatte oben beschrieben, dass es bei kleineren Unternehmen recht einfach ist: die Unternehmenswerte weisen meist mit den persönlichen beruflichen Werten Parallelen auf. Bei mittleren und größeren Unternehmen wird dies aufgrund der Größe schwierig. Die Unternehmenswerte sind dann meist global, manchmal auch abstrakt, oft frei interpretierbar oder beliebig gehalten.

Aber wir haben eingangs festgestellt, dass Wertegemeinschaften entstehen, wenn Menschen miteinander arbeiten. Das passiert also auch in Teams.

Genau hier liegt der Schlüssel: Teams haben ihre eigenen Werte, leben und arbeiten danach. Wenn neue Menschen in ein Team kommen, sind also nicht nur die unternehmerischen, sondern auch die Werte im Team relevant. Diese sind sogar noch wichtiger – denn wenn das Team aufgrund von Missständen der Werte nicht funktioniert, kann auch kein adäquates Ergebnis im unternehmerischen Kontext erfolgen. Dies kann ganze Teams und die Menschen krank machen.

Aufbau von Werten

Bewusste Werte

Es lohnt sich also immer ein Bewusstsein über Werte zu entwickeln. Angefangen bei den persönlichen Werten, über die persönlichen beruflichen Werte, über Freundschaftswerte, Teamwerte, bis hin zu den Unternehmenswerten.

Ein bewusster Umgang mit Werten im Unternehmen hat dann auch einen direkten Einfluss auf die Unternehmenskultur. Und genau daran kann aktiv gearbeitet und Einfluss genommen werden.

Wenn die persönlichen Werte der Menschen im Unternehmen respektiert und akzeptiert werden und sich mit den jeweiligen (Team- oder Unternehmens-) Werten decken, erfolgt auch das oft herbeigesehnte „Wir“ Gefühl. Es entsteht eine Gemeinschaft!

Es gibt also nur gute Gründe sich damit auseinander zu setzen. Nur anfangen ist ein Muss!

2 Kommentare zu “Wertvoll

  1. Pingback: Wenn die Unternehmenswerte nur noch Marketing sind – #VeraenderungStarten

  2. Pingback: Fachkräftemangel und Fantasie-Stellenanzeigen – #VeraenderungStarten

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