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Vorgesetzt

Führung ist schwierig und kann auch nicht jeder Mensch. Muss aber auch nicht sein. Auch heute treffe ich noch oft das verstaubte Bild von Führung und Hierarchien an!

Dieser Beitrag ist nach „Zeit ist die billige Art der Führung“ die logische Weiterführung in der Rubrik „Führung“.

Karriere

Führung ist schwierig und kann auch nicht jeder Mensch. Muss aber auch nicht sein. Auch heute treffe ich noch oft das verstaubte Bild von Führung und Hierarchien an (Besserwisser-Wissen: Hierarchien beruhen auf der industriellen Revolution und haben als Basis die Kirche, bzw. das Militär): in diesem Bild ist es das Ziel in der Arbeit, dass man die Karriereleiter nach oben steigt, die Führung von Menschen übernimmt und immer mehr in die Führungsriege eintaucht.

Durch das immer stärkere Auflösen von alten Strukturen (Stichwort „New Work“) sieht man schon, dass dieses Bild Quatsch ist und es nicht funktioniert hat. Vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen gar keine Führungsqualitäten haben. Und diesen Typen begegnet man immer wieder. Es gibt drei Führungstypen und um die wird es hier gehen.

Typ 1: Vorgesetzte

Der erste Typ sind „Vorgesetzte“. Das sind meist Menschen, die auf Biegen und Brechen die Karriereleiter erklimmen wollen. Weil es sich so gehört. Diese Typen werden weniger, sind aber immer noch häufig vorhanden. Oftmals aus dem Großkonzern heraus geboren (Beispielsweise kommt daher der Begriff „Wegbefördern“), sind sie auch in KMU anzutreffen. Ich selbst hatte schon in meinem letzten festen Anstellungsverhältnis so einen Vorgesetzten erleben dürfen. Die Führungsqualität war nicht vorhanden. Es wurden nur die eigenen Interessen verfolgt, alle anderen waren egal. So wurde also geführt: mit Angst, (scheinbarer) Macht und Egoismus.

Dieser Typ ist tatsächlich die unangenehmste Art von „Führung“. Er oder sie kann nur wenig bis gar nicht führen, hat meist nur wenig emotionale Intelligenz und führt meist über Kontrolle. Oft will dieser Typus gar nicht führen, folgt aber dem antiquierten „Karrierepfad“. Diesen Typen erkennt man oft am Mikromanagement, an politischen Machtspielen und am mangelnden Vertrauen. Zum Glück trifft man diesen Typen immer weniger an. Aus diesem Typen kann, mit entsprechendem Training und einer Bereitschaft, auch der zweite Typus entstehen: Manager

Typ 2: Manager

Nach „Vorgesetzten“ kommen also die „Manager“. Schon besser, da hier Führungsqualitäten vorhanden sind, Trainings helfen und unterstützen können, aber Führung immer noch als Theorie verstanden wird. Führung wird hier als Methode verstanden, bzw. werden Werkzeuge und Strategien benötigt.

Dieser Typus muss auch dem Namen „Manager“ gerecht werden. Es wird etwas gemanaged: Zeit, Ressourcen, Menschen, Materialien – egal. Hauptsache es kann etwas gemessen, beurteilt und vorgewiesen werden. Es wird einfach verwaltet.

Ein Beispiel ist hier das Thema „Zeit“. Ein Bekannter von mir erzählt mir immer von seinem Manager. Die Auffassung von dieser Person ist, dass man nur etwas schafft, wenn man im Büro ist. Wer lange sitzt, schafft auch viel. Dieser Mensch managt also über Anwesenheit – so beurteilt er seine Mitarbeiter.

Inhalte sind dabei nicht so relevant. Auch nicht die Effektivität – ob man drei oder neun Stunden für ein und dieselbe Tätigkeit benötigt, kann dieser Typ nicht erkennen. Hauptsache ist, dass man lange im Büro war. Sozusagen „Einsatz gezeigt hat“. Ob es sinnvoll und effizient war ist dabei nicht ganz so wichtig.

Diese Manager trifft man oft an und meistens im mittleren Management. Nach oben hin werden die erfassten und gemanagten Zahlen weitergegeben (Mein Team hat soviel zu tun! Wir haben schon wieder 10% mehr an Arbeitsstunden geleistet). Nach unten werden die neu vereinbarten Ziele und Vorgaben weitergegeben.

Diese Art von Management kostet oftmals Zeit und Geld. Oft wird sie auch gar nicht benötigt.

Typ 3: Führungskraft

Jetzt sind wir bei Menschen angekommen, die führen können und wollen: die Führungskraft (Englisch: Executive). Damit meine ich im Übrigen nicht die Bezeichnung oder Position, sondern die Eigenschaften, die diese Menschen ausmachen.

Führungskräfte haben nicht sich und die eigene Karriere im Blick – ihr Ziel ist es, andere Menschen dabei zu unterstützen (und zu befähigen), dass sie ihre Aufgaben bestmöglich erledigen können. Heißt also, dass diese Menschen eine hohe emotionale Intelligenz vorweisen und mit ihren Mitarbeitern vertrauen.

Es wird meistens nicht über detaillierte Inhalte geführt – wichtig ist hier das Ergebnis einer Aufgabe und dass diese Aufgabe zu der jeweiligen Person passt.

Auch hier ein wunderbares Beispiel: mir hat eine Führungskraft erzählt, dass die nächst höhere Ebene (Manager) ihr immer wieder vorwirft, dass sie zu sehr auf ihr Team hört und sich dafür einsetzt. Sie stehe immer auf der Seite des Teams.

Das finde ich persönlich eine tolle Kritik. Diese Führungskraft hat alles richtig gemacht! Und die Ergebnisse stimmen im Übrigen auch.

Genau solche Menschen sind es, die wirklich gut in der Führung sind. Sie motivieren, können konstruktiv kritisieren, unterstützen und wissen, dass die Menschen um sie herum mehr (inhaltlich) wissen als sie selbst.

Fazit

Es geht jetzt nicht darum, dass alle Menschen mit Führung ihren Job an den Nagel hängen sollen. Dieser Beitrag soll dazu animieren, das aktuelle Bild von „Führung“ und „Hierarchie“ in Frage zu stellen. Und sich selbst auch in Frage zu stellen: „warum mache ich meinen Job?“ ist da schon mal ein sehr guter Anfang.

Und es ist wichtig zu verstehen, dass Führung keinem Menschen in die Wiege gelegt wurde. Es bedeutet harte Arbeit, Zeit und auch Herzblut. Man muss es wollen und eben auch können. Wenn man sich nicht für Zahlen interessiert, sollte man keine Buchhaltungsstelle ausführen. So verhält es sich auch mit Führung.

Ein Freund von mir hat eine Führungsrolle abgelehnt – er wusste, dass es nur eine PingPong-Position ist. Und genau das zeigt schon sehr deutlich, dass man auch als Unternehmen sich die Frage stellen sollte, welche Hierarchien man überhaupt benötigt. Was passt zu dem Unternehmen?

Es bedeutet aber in jedem Falle eins: viel Arbeit an sich selbst (und/oder am eigenen Unternehmen)! Es lohnt sich aber! Denn dann steht auch der zufriedene und glückliche Mitarbeiter im Mittelpunkt und wir können ein wenig mehr Mensch sein!

1 Kommentar zu “Vorgesetzt

  1. Pingback: Vertriebsleitung – Veraenderung Starten

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