In mehreren meiner Beiträge befasse ich mich mit dem Thema „Zeit“, „Arbeit“ und „Leben“. Und damit meine ich nicht eine „Work-Life-Balance„.

Gerade das Thema „Arbeitszeit“ hat es mir angetan. Die Herkunft ist die industrielle Revolution (hier kurz erläutert). Wir haben uns selbst lange Arbeitszeiten auferlegt und haben das in unserer Arbeitskultur fest verankert (siehe auch „Das ist mein Leben„).

An einem Stammtisch habe ich mit einem Bekannten darüber diskutiert. Eigentlich ging es um die Zeiten in Schulen und wie man diese verändern könnte – um die nachfolgenden Generationen vor dieser Arbeitszeitkultur schützen zu können (wer dazu mehr wissen will, schreibt mir gerne eine Nachricht). Wir haben aber dann wieder mehr über aktuelle Generationen gesprochen. Und in unserer Diskussion kamen wir auf neue Ideen und ich wurde immer hellhöriger. Hier kommt also eine Idee, wie wir etwas verändern können.

Heute

Zur aktuellen Arbeitskultur habe ich schon viel geschrieben. Hier nur ein paar Schlagworte, die uns regelmäßig begegnen: 40-Stunden-Woche, 9to5, Zeit absitzen, TGIF, New Work, 4-Tage-Woche, 5-Tage-Woche, Überstunden, Gleitzeit, Ziele, Gehalt, Zeit gegen Geld, Gehaltserhöhung, Sabbatical, Auszeit, Burn- und Bore-Out, Depressionen, Unter- und Überforderung, Hierarchie, Karriere, Beförderung, Gleichberechtigung, Provision, Steigerung, Produktivität, etc.

Gerne könnt ihr, liebe Leser, hier für euch gedanklich weitermachen.

Wir befassen uns also sehr stark mit unserem Arbeitsleben. Wir verhandeln in Unternehmen, geben Lebenszeit und erhalten dafür Geld. Und werden an irgendwas gemessen.

Diese Messung basiert meist auf Zeit – es fängt in Arbeitsverträgen an (bspw. die 40 Stunden Woche, Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten), trägt sich über die Anwesenheit im Büro und gipfelt in der vergleichenden Betrachtung durch mitarbeitende Menschen (Stichwort „halben Tag Urlaub genommen?“ wenn man um 17 Uhr geht).

Irgendwie ist das schon stressig, sich damit zu befassen. Es kostet Kraft und tatsächlich auch wieder Geld (alleine sich darüber Gedanken zu machen). Und Unternehmen verlieren Menschen: wer sich durch die die eigene Arbeit gezwungen bewegt, wird irgendwann nur noch nach Arbeitszeit leben und sich zu Gedanken hinreißen lassen, wie „oh nein, morgen ist Montag und ich muss wieder in die Arbeit“. Diese Menschen werden irgendwann verloren gehen und von dem Großteil der „Dienst nach Vorschrift“ zu „innerlich gekündigt“ wechseln.

Weg zum Glück

Lasst uns doch dieses Arbeitszeitthema mal vergessen und an etwas schönes denken: an den letzten Urlaub, an die Zeit mit der Familie oder einfach an das letzte schöne Konzert (Film, Musical, etc.). Wie geht es euch dabei? Habe ich euch beim lächeln erwischt? Ihr schwelgt in freudiger Erinnerung und es geht euch gut damit. Ihr seid gerade glücklich. Und dann komme ich jetzt mit Projektdeadlines, mit Wochenanfang und Arbeit. Der Stresspegel ist gestiegen.

Da fehlt also ein wenig zum Glück.

Was wäre aber, wenn wir es schaffen, dass wir auch wirkliches Glück in der Arbeit haben können? Und nein, ich meine nicht die vergessene und eingestaubte Flasche Wein im Regal – ich meine die bewusste Wahrnehmung von Glück.

Glück

In der Wissenschaft gibt es eine sogenannte „Glücksforschung*“. Es gibt Kennzahlen, die „Glücksindikator*“ genannt werden.

Das klingt jetzt erstmal gewagt. Ich persönlich muss dabei immer an die Glücksbärchis aus meiner Kindheit denken.

Wenn man sich damit ein wenig mehr befasst, wird es durchaus interessant. Dazu ein Gedankenmodell:

Wenn wir einmal die Arbeitnehmervertretungen betrachten und hier neue Tarifverhandlungen anschauen, dann wird meist (zumindest in der breiten Öffentlichkeit) über eine Gehaltserhöhung und manchmal auch über weniger Arbeitszeit verhandelt. Wenn wir nun in unser eigenes Arbeitsleben schauen, deckt sich dies meist mit den eigenen Wahrnehmungen.

Was wäre nun, wenn wir uns auf Glücksindikatoren verständigen würden? Es wird dann nicht mehr über 4% mehr Gehalt verhandelt, sondern darüber, wie eine Gruppe von arbeitenden Menschen von einem Glücksindexwert von durchschnittlich 5 auf 7 kommt? Das „Wie?“ wird hier nur rudimentär betrachtet. Die Menschen im Unternehmen (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) müssen also nach Lösungen suchen, um dies zu bewerkstelligen. Wir haben einen inhaltlichen Diskurs geschaffen.

Einen Versuch wert

Bereits jetzt gibt es schon Erfahrungen, dass Menschen ihre Zeit wichtiger als Geld ist (hier ein Beitrag aus dem vergangenen Jahr auf heise.de). Ganz eindeutig sogar, dass auf Geld verzichtet wird.

Und wäre es jetzt nicht mal einen Versuch wert, die immer noch existente industrielle Arbeitskultur (Zeit gegen Geld) durch eine digitale Arbeitskultur (Zeitalter der Digitalisierung) zu ersetzen?

Lasst uns zukünftig mehr auf Inhalte gehen, auf ein glückliches Miteinander. Ja, das nimmt Zeit in Anspruch. Es wird auch nicht von heute auf morgen geschehen. Es gehört ein kultureller Wandel und ein (eigenes) umdenken im Kopf dazu. Man gewinnt dadurch aber den Menschen und wird eben genau dadurch auch wieder Zeit gewinnen.

 

*: Link zur freien Online-Enzyklopädie Wikipedia

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