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Träge Unternehmen

Seit drei Jahren bin ich selbstständig. Meinen damals erstellten Businessplan könnte ich heute herausziehen und würde feststellen, dass sich da sehr viel von damals zu heute verändert hat. Das ist auch gut so! Wenn wir nun auf Unternehmen und deren Veränderung schauen, sollte sich ein ähnliches Bild ergeben. Oder doch nicht?

Seit drei Jahren bin ich selbstständig. Meinen damals erstellten Businessplan könnte ich heute herausziehen und würde feststellen, dass sich da sehr viel von damals zu heute verändert hat. Das ist auch gut so! Wenn wir nun auf Unternehmen und deren Veränderung schauen, sollte sich ein ähnliches Bild ergeben. Oder doch nicht?

Meine Veränderung

Mein damaliger Business Plan hatte als Schwerpunkt Digitalisierung und Veränderung. Im Detail ging es um die Unterstützung von Unternehmen, die sich im Zeitalter der Digitalisierung erstmal Gedanken über neue Geschäftsmodelle machen wollen, bzw. neue Geschäftsmodelle finden wollen (oder müssen). Dies hat zu Beginn wunderbar funktioniert. Der Schwerpunkt hat sich dann recht schnell zu Innovation und Veränderung hinbewegt (die Konstante war also immer schon „Veränderung“). Digitalisierung wurde zu schnell sehr technisch – nicht sinnvoll, aber das ist ein anderes Thema.

Heute setze ich mich mit den jeweiligen Auswirkungen im Unternehmen in der fortlaufenden Veränderung auseinander. Das umfasst in erster Linie die Bereiche Kultur, Kunde, Innovation und Prozesse. Dabei unterstütze ich die Menschen in Unternehmen (z. B. Führungskräfte) und befähige diese in ihrer Veränderung zum Selber-aktiv-werden.

Und morgen? Werde ich mich ziemlich sicher weiterentwickelt haben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es aber immer noch um Veränderung gehen.

Wie machen das Unternehmen

An mir als Beispiel hat man wunderbar gesehen, dass Veränderung immer gelebt wurde. Ich habe mich selbst und auch meine Produkte weiterentwickelt.

Bei Unternehmen sieht das meist ein wenig anders aus. Erst letzte Woche habe ich einen Beitrag vom Spiegel gelesen (vgl. „Führungskräfte zweifeln an der Anpassungsfähigkeit ihrer Unternehmen„). Hierzu ein Auszug: „Deutsche Führungskräfte haben offenbar wenig Vertrauen in die Anpassungsfähigkeit ihrer Firmen. Das ergab eine qualitative Umfrage unter 126 Unternehmen, die das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert durchgeführt hat und die dem SPIEGEL vorliegt.“

Dabei ist doch gerade heute wichtig, dass sich Unternehmen ebenfalls weiterentwickeln.

Stimmt schon. Es gibt durchaus ein „Aber!“. Und es gibt Unterschiede, die man sich bewusst machen sollte. Auch hier ein Aber: es kommt nun auch darauf an, dass man ins Machen kommt. Probleme erkennen und benennen und sich der Veränderung stellen, um etwas Neues zu kreieren. Dabei aber eben die Menschen (Mitarbeiter*innen und natürlich auch Kunden) mit einzubeziehen, neue Prozesse aufzusetzen – und die Produkte sollten auch nicht vergessen werden.

Unterschiede bewusst machen

Unternehmen haben ganz andere Probleme und Herausforderungen, als es bei mir der Fall war. Ich konnte mich sehr schnell mit anderen und neuen Themen befassen. Denn ich musste keine anderen Menschen (Mitarbeiter*innen) einbeziehen. Keine langen Entwicklungsprozesse für neue Produkte durchführen und auch an sich meine Prozesse nicht reorganisieren. Auch musste ich nicht meine Kunden verändern, bzw. hier keine Abstriche machen. Ich konnte direkt aktiv werden und Machen.

Genau das ist der Unterschied von Unternehmen und mir. Ich bin flexibel.

Und es ruft auch gleich wieder ein „Aber“ hervor. Auch Unternehmen können so sein. Sie wollen sogar oft so sein. Wenn aber die Kultur im Unternehmen nicht genau das bereitstellt, dann kann es nicht funktionieren. Damit meine ich im Übrigen nicht, dass die Mitarbeiter*innen den schwarzen Peter zugeschoben bekommen sollten. Eine Unternehmenskultur wird von allen Seiten geprägt. Sie spiegelt sich auch in den Unternehmenswerten (sofern diese gelebt werden), der Mission und Vision wider. Und schlussendlich auch in der Strategie eines Unternehmens.

Ein Beispiel

Ein Unternehmen will in einem hart umkämpften Markt jedes Jahr um 18% wachsen. Mal davon abgesehen, dass dies nicht wirklich ein Unternehmensziel ist (besser: Marktführer werden. Noch besser: das beste Produkt/Service unseren Kunden in diesem Markt zur Verfügung stellen), wird die Unternehmenskultur genau so geprägt sein. Es wird nicht unbedingt eine Kuschelatmosphäre herrschen. Eher im genauen Gegenteil. Und in diesem Unternehmen soll dann vielleicht noch Zeit für Veränderung sein? Heißt, die Menschen sollen offen sein, Vertrauen ineinander haben und Zeit um Neues auszuprobieren? Das wird eher nicht klappen.

Mitnehmen

Es ist also durchaus sinnvoll, dass man sich als Unternehmen Gedanken macht, wie es um die eigene Kultur im Hinblick auf die Werte, Mission und Vision bestellt ist. Wie sehen Kunden das eigene Unternehmen? Welche Probleme gibt es und wie ist unser Fahrplan zu einem veränderungsstarken und offenen Unternehmen?

Es gilt also, mit einem Status Quo und vielen Fragen zu beginnen. Und sich den Antworten und auch unangenehmen Wahrheiten zu stellen. Und diese dann zu nehmen um mit Veränderung zu beginnen.

Und schon steckt man in der gewollten Veränderung. Jetzt gilt es nur dies nicht als abgeschlossenen Prozess zu verstehen. Veränderung ist stetig und es wird immer wieder etwas anderes und neues passieren. Genau das macht Veränderungen auch so spannend. Statik sollte man sich hier nicht leisten.

Denn wie heißt es so schön (frei nach Heraklit)? Nichts ist so beständig wie der Wandel.

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